Pendlerabzug ab 01.01.16: Was verändert sich?

Ab dem 01. Januar 2016 gilt erstmals eine Obergrenze beim Pendlerabzug. Damit erhöht sich die Steuer für viele Personen. Folgend zeigen wir Ihnen, um welche Beträge es geht:

Der Pendlerabzug ist ein Posten, welcher bei vielen Personen am meisten einschenkt. Mit der Steuererklärung 2016 wird dieser Abzug nun massiv gekürzt. Somit fällt die erstmalige Bemessung in dieses Jahr (2016).

Auf Bundesebene (direkte Bundessteuer) liegt die entscheidende Strecke für motorisierte Pendler bei rund 9.7 Kilometer pro Fahrtrichtung: Diese ergibt sich aus 220 Arbeitstagen und einer anrechenbaren Pauschale von 70 Rappen pro Kilometer, womit man kumuliert auf den maximalen, gültigen Pendlerabzug von 3000 Franken pro Jahr kommt. Wer also einen kürzeren Arbeitsweg bewältigen muss (oder ein Generalabonnement der SBB für CHF 3’655.– besitzt), wird von der Änderung nicht oder nur leicht tangiert.

Auch auf die Kantons- und Gemeindesteuern wurden in einigen Kantonen Begrenzungen des Pendlerabzuges per 01. Januar 2016 eingeführt:

  • AG = max. CHF 10’000
  • AR = max. CHF 6’000
  • BS = max. CHF 3’000
  • BE = max. CHF 6’700
  • GE = max. CHF 500 / CHF 3’655
  • NW = max. CHF 6’000
  • SH = max. CHF 6’000
  • SG = max. CHF 3’655 (Höhe entspricht dem GA 2. Klasse der SBB)
  • TG = max. CHF 6’000

Bei allen anderen Kantonen sind bis heute keine Begrenzungen geplant oder definitiv eingeführt worden. Für betroffene Personen empfiehlt es sich, dieser indirekten Steuererhöhung (Grundlage Gesetz FABI) mittels anderen möglichen Optimierungen entgegen zu wirken und deshalb frühzeitig einen Steuerberater aufzusuchen. Eine Möglichkeit könnte die Einzahlung in die steuerbefreite Säule 3a sein.

Im Kanton St. Gallen hat diese Änderung auch Auswirkungen auf quellensteuerpflichtige Personen, zumal das Rückfordern von Quellensteuer seit 01. Januar 2015 mittels Antrag auf ordentliche Veranlagung erfolgt. Dieser Antrag (einzureichen jeweils bis 31.03. des darauffolgenden Jahres) birgt das Risiko in sich, dass sogar Steuer nachbezahlt werden muss. Die Begrenzung des Pendlerabzuges wirkt dieser Möglichkeit zusätzlich entgegen.